Unser Vorsorge-Schutz für Dich und Deine Liebsten.

Organspende

Von der Organspende hat wohl jeder schon gehört und doch ist vieles unklar. Zum Beispiel die Fragen, welche Entscheidungsmöglichkeiten Du überhaupt hast und wie so eine Transplantation eigentlich ablaufen würde? DELA klärt auf:

Eine Organspende rettet Leben. Anfang 2020 warteten rund 9.000 Menschen*  auf ein Spenderorgan. Etwas mehr als die Hälfte der Deutschen hat 2018 zwar für sich eine Entscheidung zur Organspende getroffen, aber nicht mal 40 % haben ihre Entscheidung auch in einem Organspendeausweis festgehalten. Doch gerade das ist so wichtig. Wenn keine Entscheidung dokumentiert ist, müssen Angehörige entscheiden, ob Organe entnommen werden dürfen. 


2 Gründe für einen Organspendeausweis: 

  1. Du stellst sicher, dass Deine Wunschentscheidung auch wirklich umgesetzt wird. 
  2. Deine Liebsten werden in der schlimmen Situation nicht mit dieser Entscheidungsverantwortung belastet. 

Diese Arten von Organspende gibt es

Postmortale Organspende

Hier spendet eine verstorbene Person Organe, die dann durch die Stiftung Eurotransplant an Menschen vermittelt werden, die auf der Warteliste registriert sind. Dafür muss der Tod zweifelsfrei festgestellt worden sein und die Zustimmung zur Organspende vorliegen. 


Lebendorganspende 

Wie der Name schon sagt, spendet eine gesunde Person einen intakten Teil ihrer Organe an eine andere Person. Die Nierenlebendspende wird von allen Lebendorganspenden am häufigsten durchgeführt. Man kann aber zum Beispiel auch einen Teil seiner Leber, der Lunge oder der Bauchspeicheldrüse spenden. 


Gewebespende

Bei der Gewebespende werden zum Beispiel Augenhornhaut, Herzklappen, Blutgefäße, Knochen und Weichteilgewebe, oder Haut transplantiert. Wie bei der postmortalen Organspende müssen die eindeutige Feststellung des Todes und die Zustimmung zur Gewebeentnahme gegeben sein. Gewebetransplantationen finden häufiger statt als Organspenden. 


Stammzellenspende

Bei schwerwiegenden Erkrankungen des Blutes, wie zum Beispiel Leukämie, wird eine Stammzellenspende durchgeführt. Dabei werden Stammzellen als periphere Stammzellenspende direkt aus der Blutbahn oder aus dem Knochenmark entnommen und auf den Empfänger übertragen. 
 

So läuft eine Organspende ab 

1. Ernstfall tritt ein

Ob durch einen schweren Unfall oder ein Aneurysma – wenn der Hirntod festgestellt wird, kann für eine Person nichts mehr getan werden und die intensivmedizinischen Maßnahmen sind einzustellen. Welche Kriterien dafür zutreffen müssen, erfährst du in unseren Ausführungen zum Hirntod. (Ankerlink zur Erklärung Hirntod).


2. Entscheidung zur Spende 

Erst nach der eindeutigen Feststellung des Hirntodes wird es entscheidend. Hat die Person eine Entscheidung zur Organ- und Gewebsspende in Organspendeausweis, Organverfügung oder Patientenverfügung festgehalten? Wenn nicht, liegt es an den Angehörigen, eine Entscheidung zu treffen. Wenn die Entscheidung gegen die Spende fällt, werden die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Herz-Kreislaufsystems abgestellt. 


3. Entnahme 

Zuerst überprüfen Ärzte im Rahmen einer medizinischen Untersuchung, ob zur Spende freigegebene Organe sich ohne Risiken für die Transplantation eignen. Zur Vermittlung der Organe und des Gewebes werden auch wichtige Übereinstimmungsmerkmale erfasst. 


4. Vermittlung

Jetzt muss alles schnell gehen, denn nach der Entnahme können die Organe nicht mit Sauerstoff versorgt werden. Über die Stiftung Eurotransplant werden international passende Organspende-Empfänger vermittelt, die in Wartelisten registriert worden sind. In Deutschland ist die Bundeärztekammer für die Verwaltung dieser Wartelisten verantwortlich.


5. Transplantation 

Wenn passende Empfänger gefunden wurden, müssen der zukünftige Empfänger eines Organs und das Organ selbst in ein spezielles Transplantationszentrum gebracht werden, denn nur dort dürfen Spezialisten die Transplantationen durchführen. In Deutschland gibt es rund 50 Transplantationszentren. 
Auch nach einer erfolgreichen Transplantation werden die Organ- und Gewebsspende-Empfänger begleitet, sodass Abstoßungsreaktionen verhindert und die Funktionsfähigkeit der Organe gesichert werden können.

Hirntod gleich Tod? 

Der Hirntod wird diagnostiziert, wenn die gesamten Hirnfunktionen unumkehrbar ausfallen. Wichtig dabei ist, dass eine schwere Hirnschädigung vorliegt. Festgestellt werden kann dies nur auf Intensivstationen. Dabei müssen Ärzte sichergehen, dass der Ausfall keine anderen Ursachen als die Hirnschädigung haben kann, um Falschdiagnosen zu vermeiden. 

Der Ausfall der gesamten Hirnfunktionen äußert sich in tiefem Koma, Ausfall der Hirnstamm-Reflexe, wie zum Beispiel die Reaktion Deiner Pupillen auf Licht, und in dem Verlust der Fähigkeit, selbstständig kontinuierlich zu Atmen. Das Herz-Kreislauf-System kann dann nur noch durch intensivmedizinische Maßnahmen aufrechterhalten werden. 

Zuletzt müssen Ärzte sicher sein, dass die Hirnschädigung unumkehrbar ist und nicht geheilt werden können. Um dies feststellen zu können, werden die Untersuchungen in zeitlichen Abständen wiederholt. Wenn all diese Kriterien zutreffen, ist sicher, dass das Gehirn sich nicht mehr erholen und die Person nicht mehr aufwachen kann. 

Übrigens: Unabhängigkeit wird hier großgeschrieben. Die Hirntoddiagnostik wird immer von Ärzten bestätigt, die nicht an der späteren Entnahme und Transplantation beteiligt sind. So wird sichergestellt, dass keine persönlichen Interessen verfolgt werden können oder Ärzte beeinflusst sind. 

Widerspruchslösung und Entscheidungslösung – was gilt wo? 

Was passiert eigentlich, wenn Du keinen Organspendeausweis hast und etwas passiert? Das ist von Land zu Land unterschiedlich. Wenn Du in den Urlaub fährst kann es also sein, dass in diesem Land eine andere Regelung gilt. Umso wichtiger ist es dabei, ein Organspendeausweis dabei zu haben.

Erweiterte Zustimmungslösung

In Ländern, in denen die erweiterte Zustimmungslösung gilt, dürfen Organe und Gewebe nur entnommen werden, wenn eine Zustimmung vorliegt. Wenn es dazu keine Dokumentation in einer Verfügung oder einem Ausweis gibt, müssen die nächsten Angehörigen bzw. Bevollmächtigten entscheiden. 

Länder mit erweiterter Zustimmungslösung sind in Europa z. B.: 
Dänemark, Irland, Island, Litauen, Niederlande, Rumänien, Schweiz, Vereinigtes Königreich

Entscheidungslösung

Wie bei der Zustimmungslösung, dürfen Organe und Gewebe nur mit Zustimmung entnommen werden. Der Unterschied ist, dass Versicherte regelmäßig von ihren Krankenkassen regelmäßig informiert und zu einer Entscheidung aufgefordert werden. 

Länder mit Entscheidungslösung sind z. B.: 
Deutschland (Ab 2022 soll auch hier die Zustimmungslösung gelten)

Widerspruchslösung

In Ländern mit Widerspruchslösung giltst Du automatisch als Spender, wenn Du keine Entscheidung dagegen dokumentiert hast. In einigen Ländern haben Angehörige noch das Recht, der Entnahme zu widersprechen, allerdings ist das nicht die Regel. 

Länder mit Widerspruchslösung sind z. B.:
Belgien, Bulgarien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ungarn

Darf ich aussuchen, wer meine Organspende empfängt? 

Das ist nicht möglich, denn Personen in der Organverfügung oder dem Organspendeausweis festzulegen, die die Spende im Ernstfall erhalten sollen, ist unzulässig. Die Vermittlung der Organe erfolgt nach § 12 Transplantationsgesetz ausschließlich auf Grundlage medizinischer Kriterien wie Dringlichkeit und Erfolgsaussicht. So wird sichergestellt, dass die Vermittlung transparent und fair abläuft. 

Die Ausnahme sind Lebendspenden. Hier müssen Spender und Empfänger verwandt sein, oder sich zumindest in besonderer persönlicher sich Verbundenheit nahestehen, zum Beispiel als Partner oder enge Freunde. 

der späteren Entnahme und Transplantation beteiligt sind. So wird sichergestellt, dass keine persönlichen Interessen verfolgt werden können oder Ärzte beeinflusst sind. 

Das kann gespendet werden 

In einer Organverfügung kannst Du erlauben, dass alle möglichen Organ- und Gewebsformen entnommen werden dürfen. Du kannst aber auch die Entnahme von bestimmten Organen ein- oder ausschließen. Organe, die gespendet werden können, sind Nieren, Herz, Leber, Lunge, Pankreas und Dünndarm. Transplantierbare Gewebe sind Augenhornhaut, Herzklappen, Blutgefäße, Hautgewebe und Eihaut, Knochen, Weichteilgewebe und Inselzellen. 

Schon gewusst? Mit der kostenfreien DELA Organverfügung hast Du eine einfache Vorlage, die Du nach deinen Wünschen ausfüllen kannst!

Immer vorbereitet 

Für den Ernstfall – wenn Du zum Beispiel bewusstlos bist – ist es wichtig, dass Ärzte und Sanitäter wissen, wen sie kontaktieren können. Dafür haben wir den DELA Not-Hilfe-Ausweis entwickelt, den Du immer im Portemonnaie mitführen solltest. Hier kannst Du nicht nur Kontaktpersonen eintragen, sondern auch wichtige Angaben zu Medikamenten oder möglichen Erkrankungen und Allergien machen. 

Not-Hilfe-Ausweis downloaden
 


Unsere Tipps

Du willst mehr erfahren? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt Dir kostenfreies Infomaterial und spannende Broschüren zur Verfügung!

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Unter 0800 90 40 400 erreichst Du das kostenlose Infotelefon zur Organspende der BZgA.
Auch die Deutsche Stiftung zur Organspende sowie die Stiftung Eurotransplant hält weiterführende Informationen bereit.